EU-Fahrgastrechte Bahn

Mit der EU-Bahngastrechte-Verordnung wurden bereits im Jahr 2007 die Fahrgastrechte für Nutzer europäischer Bahnunternehmen definiert und geregelt. Daraus resultieren auch die DB Fahrgastrechte, die wir hier unter anderem kurz erläutern wollen. Bei der Bahngastrechte Verordnung ist bezüglich der Ansprüche von Bahnreisenden innerhalb der EU zunächst klar zu unterscheiden zwischen dem Recht auf Entschädigung und dem Recht auf Rücktritt vom Beförderungsvertrag. Mit dem Kauf einer gültigen Fahrkarte trittst du immer in einen Beförderungsvertrag ein und hast entsprechende Rechte im Rahmen der EU-Fahrgastrechte Verordnung EG 1371/2007.

Entschädigungen für Verspätungen und Zugausfälle

Die Regelungen der EU-Bahngastrechte-Verordnung gelten für alle Bahnunternehmen, die in der Europäischen Union Fahrten durchführen. Bei der Deutschen Bahn DB gehören dazu auch die IC Busse. Erfahrungsgemäß ist es etwa ein Viertel aller Zugverbindungen im Fernverkehr, die Verspätungen über sechs Minuten aufweisen und damit als nicht pünktlich zu bewerten sind.

Als Fahrgast musst du solche Verspätungen nicht hinnehmen und kannst entsprechend der EU- Verordnung Entschädigungen einfordern, die Reise abbrechen oder vollständig vom Beförderungsvertrag zurücktreten. Je nach Dauer der Verspätung oder bei Zugausfall stehen dir unterschiedlich hohe Entschädigungen oder andere Ersatzleistungen zu. Das gilt auch für angekündigte Zugverspätungen oder Streiks bei den Bahnunternehmen.

Wird vor der Abfahrt eine Verspätung ab 20 Minuten angekündigt, kannst du alternativ einen anderen Zug nutzen. Sollte dafür ein höherer Preis verlangt werden, musst du das teurere Ticket zunächst kaufen, kannst dir aber dann die Differenz auf Antrag zurückerstatten lassen.

Ab 60 Minuten angekündigter Verspätung kannst du das erworbene Ticket umstandslos zurückgeben und dir den vollen Fahrpreis erstatten lassen. Dann aber hast du auch keine weiteren Ansprüche gegenüber dem Bahnunternehmen. Führst du die Fahrt dennoch durch, so stehen dir ab einer Verspätung von 60 Minuten am Zielbahnhof 25 Prozent des Ticketpreises zu, ab 120 Minuten Verspätung kannst du 50 Prozent der Ticketkosten als Entschädigung einfordern.

Unabhängig von den Entschädigungen wegen Verspätung hast du ab 60 Minuten Verspätung auch einen Anspruch auf angemessene Verpflegung und Getränke. Bei der Beanspruchung von Entschädigungszahlungen für Verspätungen ab einer Stunde am Zielbahnhof spielt es übrigens keine Rolle, ob die Verspätung durch mehrere Züge hintereinander bei Umsteigeverbindungen aufsummiert oder in einer Direktverbindung entstanden ist. Ausschlaggebend ist, dass du entgegen der Angaben aus dem Fahrplan ab 60 Minuten zu spät am Zielbahnhof eingetroffen bist.

So kommst du zu deiner Entschädigung

Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Das gilt im übertragenen Sinne auch für die Wahrnehmung deiner Ansprüche aus den DB Fahrgastrechten. Im Klartext bedeutet das: Eine dir rechtmäßig zustehende Entschädigung musst du bei den entsprechenden Bahnunternehmen beantragen. Dafür gibt es das Fahrgastrechte-Formular, in dem du die entsprechenden Angaben machen und zumindest eine Kopie des Tickets beifügen musst. Eine Bestätigung der Verspätung durch Mitarbeitende der Bahnunternehmen ist darüber hinaus immer hilfreich aber nicht unbedingt erforderlich. Das Fahrgastrechte-Formular kannst du dir vom Zugbegleitpersonal direkt im Zug aushändigen lassen oder im Reisezentrum verlangen. Auch online sind Möglichkeiten zum Downloaden und/oder Ausfüllen des Fahrgastrechte-Formulars zu finden. Auch Rechtsdienstleister im Internet können helfen, die Entschädigungsansprüche umzusetzen. Das ist zumeist recht komfortabel, schnell und sicher.

Zu beachten ist, dass du deine Entschädigungsansprüche gegenüber den Bahnunternehmen innerhalb eines Jahres nach der betreffenden Zugreise geltend machen musst. Dabei kannst du beispielsweise auch bei Zeitkarten die gesamten Ansprüche aus Verspätungen aufsummieren und geltend machen. Dazu musst du natürlich auch die entsprechend differenzierten Angaben machen.

Entschädigungsansprüche werden grundsätzlich erst ab einer Summe von mindestens vier Euro ausbezahlt, so dass sich gerade bei Kurzstrecken mit Zeitkarten eine Aufsummierung aller Ansprüche aus der Laufzeit der Zeitkarten lohnt.

Wegen Verspätung im Nirgendwo gelandet

Wenn du wegen Verspätungen in der Zugverbindung zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens nicht mehr weiterkommst, kannst du alternativ auf ein Taxi oder andere Verkehrsmittel zurückgreifen, wenn das Bahnunternehmen nicht von sich aus eine andere Reisemöglichkeit zur Verfügung stellt. Dafür kannst du dir dann die Kosten bis zu 80 Euro erstatten lassen. In extremen aber eher seltenen Fällen kann dir auch eine Hotelübernachtung mit An- und Abfahrt zustehen. Beispielsweise dann, wenn wegen einer Zugverspätung der gesamte Reiseweg in der Nacht abbricht. Dann solltest du zunächst am Bahnhof das Bahnunternehmen kontaktieren. Geht das nicht, kannst du dich selbst auf die Hotelsuche machen. Wichtig: Alle Belege aufbewahren und zur Erstattung mit dem Fahrgastrechte-Formular und den Zugtickets einreichen.

Die Fahrgastrechte der EU gelten in allen Ländern der Europäischen Union, auch bei internationalen Verbindungen. Solltest du grenzüberschreitend unterwegs sein, solltest du jedoch den Reiseweg nicht unterbrechen. Dann lassen sich die Entschädigungsansprüche einfacher umsetzen.

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